Was ist systemische Arbeit

Mit Hilfe der systemischen Arbeit kann eine Vielzahl von Problemstellungen/Anliegen geklärt werden. Dazu wird das System aufgestellt, welches zur Darstellung des Anliegens benötigt wird. Aufstellen bedeutet hierbei, dass Stellvertreter, egal ob reale Person oder nur Figur oder Schablone, für eine andere Person oder ein Thema in den Raum gestellt werden. Diese Stellvertreter erfahren Stimmungen und Emotionen, die Ihnen durch Ihre Position und Ausrichtung gegenüber den anderen Personen im Raum gegeben wird. Diese inneren Gefühle, Bilder und Verstrickungen werden so im Außen sichtbar. Eine Familie oder auch ein Unternehmen können als ein solches  „wissendes Feld“ beschrieben werden.

„Aufstellungen erweisen sich als ein sehr effizienter Weg, den Ursachen psychischer wie körperlicher Beschwerden auf die Spur zu kommen. Aufstellungen können helfen, unbewusste und nicht sprachlich abgespeicherte psychische Prozesse besser zu verstehen. So können wir klarer erkennen, warum und wie psychische Vorgänge ihren Ausdruck in Beziehungskonflikten und in psychischen und körperlichen Krankheitssymptomen suchen. Aufstellungen können auf einer psychosomatischen Ebene heilende Prozesse in Gang bringen, die alleine durch Gespräche nicht erreichbar ist. Oft liegen den psychischen Problemen, die wir Menschen haben, traumatische Erfahrungen als Ursache zugrunde. Traumata werden zudem auf dem Weg der Bindung von den Eltern unbewusst an ihre Kinder weiter „vererbt“. Daraus ergeben sich Generationen übergreifende Verstrickungen und zuweilen schwere psychische Störungen (z.B. Hyperaktivität, Essstörungen, panische Ängste, Depressionen, Psychosen) bei den Kindern traumatisierter Eltern.“ Prof. Dr. Franz Ruppert

 

Verschiedene Arbeitsmethoden

Familienstellen

Die Familienaufstellung ist die klassische Art der Aufstellungsarbeit. Hiermit können Themen aus dem Kreis der eigenen Familie aufgestellt werden, um mögliche Ursachen von Konflikten aufzuzeigen und sie so zu lösen. Man kann die Umstände der Familienmitglieder besser begreifen und verworrene Themen klarer sehen. Es kommt auch des Öfteren vor, dass Traumatisierungen über Generationen weitergegeben werden. Ein häufiges Beispiel in Deutschland ist die Traumatisierung durch den zweiten Weltkrieg. Aber auch Abtreibungen oder verstoßene und verstorbene Personen können transgenerationale Traumatisierungen hinterlassen so zu diversen Problemen führen.

Im Rahmen einer Familienaufstellung können solche Themen offengelegt und integriert werden, so dass die Möglichkeit geschaffen wird, dass sie das Familiensystem nicht mehr (bzw. weniger) belasten. Vor allem aber hilft es, dass man selbst mit der jeweiligen Problematik besser umgehen kann.

 

Organisationsaufstellung

Organisationsaufstellungen lassen sich als lösungsorientiertes Arbeiten für alle Arten von Unternehmen und Organisationen verstehen. In einem kurzen Zeitrahmen werden beispielsweise innerbetriebliche Konflikte oder Beziehungskonstellationen aufgezeigt. Dadurch können neue Sichtweisen auf die Dynamiken im Unternehmen gewonnen werden. Mögliche Lösungswege für Probleme lassen sich im System überprüfen, so dass wertvolle Impulse für die Entwicklung Ihres Unternehmens/ Ihrer Organisation entstehen.

Die Arbeit kann in Gruppen aber auch in Einzelarbeit stattfinden.

 

Traumaaufstellung

Im Kern dieser Arbeitsweise steht eine frühere Traumatisierung. Ziel ist es, den traumatisierten/abgespalteten Teil von sich selbst wieder zu integrieren und so das Trauma zu heilen. Dafür kann sowohl eine klassische Familienaufstellung als auch das Aufstellen des Anliegens hilfreich sein.

Das Prinzip dahinter: Ein schlimmes Ereignis, sei es ein Unfall, der Tod eines nahe stehenden Menschen, ein Trennung in der frühen Kindheit oder Ähnliches kann schnell unsere emotionalen Kapazitäten übersteigen. Emotionen sind zu heftig, um in der Situation gefühlt zu werden, in der sie entstehen. Oftmals ist der einzige Ausweg um mit dem Ereignis umgehen zu können, das abspalten der Emotion. Damit einher geht das Abspalten eines Teils von sich selbst. Die Emotion wird nicht oder nicht vollständig gefühlt. So kann es beispielsweise sein, dass man nach dem Tod einer geliebten Person kaum weint und/oder gar nicht in die eigentliche Trauerphase kommt, sondern vielmehr teilnahmslos und unemotional wird. Daraus können sich im weiteren Verlauf psychische und körperliche Probleme entwickeln, wie Ängste, Panikattacken, Schlafstörungen oder Schmerzen.

In diesem Fall ist es oft sehr hilfreich, die Emotion, die mit dem damaligen Ereignis in Zusammenhang steht zu durchleben bzw. erst einmal zu finden. Das Annehmen der Emotionen ermöglicht die Integration des abgespaltenen Teils der Seele und kann so Heilung ermöglichen.

Das eigentliche Trauma muss auch nicht bekannt sein, um es zu lösen. Denn während der Aufstellungsarbeit kann sich zeigen, was Ihre Probleme verursacht.

 

Aufstellung des Anliegens

Manchmal wissen wir genau, an was es uns mangelt, wo unser Problem liegt, oder was wir uns für unser Leben wünschen. Lässt sich dies in einem Anliegen formulieren, kann man anhand dessen erarbeiten, was nötig ist, um seinem Ziel näher zu kommen.

Das Prinzip dahinter: Zu Beginn der Arbeit wird das Anliegen genau benannt, und ein guter Kontakt zu ihm aufgebaut. In der Aufstellungsarbeit wird ein besonderes Augenmerk auf die Reaktionen und Bewegungen des Anliegens gelegt. So lässt sich oft gut erkenne, welche möglichen Lösungen es gibt, um sein Anliegen in sein Leben zu integrieren.